DIE LETZTE REISE

 

Nur ungern denkt man an sein Versterben, möchte aber unbedingt geordnete Verhältnisse hinterlassen.

Einige wesentliche Regelungen sind unverzichtbar. Dazu gehört eine Liste aller Personen, die im Notfall informiert werden sollen. Hilfreich ist auch eine Zusammenstellung persönlicher Daten und Dokumente, wie Geburtsurkunde, Familienbuch, wichtige Verträge und Versicherungspolicen in einem Aktenordner. Dazu gehört (gegebenenfalls im Schließfach) eine aktuelle Liste von Zugangscodes, Übersicht aller Accounts mit Benutzernamen und Kennworten sowie eventuell „digitale Vollmachten“ nur für einzelne Personen. Dazu gehören vor allem das Testament, eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung.

Denken Sie daran, dass Sie geschäfts- und handlungsunfähig werden können, etwa durch Demenz oder nach einem Unfall im Koma. Sie wollen ja nicht, dass ein Gericht einen fremden Berufsbetreuer bestellt, sondern wollen ihr verbleibendes Schicksal in den Händen der Menschen Ihres Vertrauens belassen.

Auf der Internetseite des Bundesjustizministeriums finden sich Mustervollmachtsverfügungen, anhand derer man sich zunächst einmal über mögliche Inhalte klar werden sollte.

Entscheiden Sie sich nicht vorschnell für eine gerne von den Notariaten angebotene umfassende Generalvollmacht, da diese u.U. missbraucht werden kann.

Eine Vorsorgevollmacht bedarf grundsätzlich nicht der notariellen Form, nur dann, wenn Sie auch zum Verkauf von Grundstücken oder zur Aufnahme von Darlehen berechtigen soll.

Die Banken bestehen gerne auf ihren eigenen Vollmachtsformularen. Bitte besprechen Sie sich mit Ihrem Bankberater und im Familienkreis dazu, ob schon zu Lebzeiten Bankvollmachten eingeräumt werden sollen.

Vor Verfassung eines handschriftlichen Testamentes (auch hier ist die notarielle Form nicht erforderlich) empfiehlt sich die Beratung bei einem Fachanwalt für Erbrecht. In den meisten Fällen reicht dazu eine Erstberatung aus, die nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bis maximal € 250,- netto abgerechnet werden kann. Überprüft werden dabei auch mögliche steuerliche „Fallstricke“. Bitte bedenken Sie auch, dass nur Ehegatten und Abkömmlinge sehr hohe Erbschaftssteuerfreibeträge haben.

Eventuell sind vorab Vermögensverfügungen zu empfehlen.

 

Dr. Fischer
Rechtsanwalt